Stockholm – Teil 2

Mai 29th, 2011

Der letzte volle Tag bricht an. Das erste Ziel, den Ericsson Globe, erreichen wir nach einem kleinen Umweg (die benötigte U-Bahn-Linie war gesperrt). Der Globe ist eine halbkugelförmige Veranstaltungshalle, auf deren höchsten Punkt man mit einer kleineren Kugel über eine Art Standseilbahn hinauffahren kann.

Dann ging’s ab in den Süden, und zwar mit dem Regionalzug in den Vorort Södertalje, in dem sich Tom Tits Experiment befindet. Das ist nichts unanständiges, sondern eine Ausstellung, die laut Homepage genau für unsere Altersgruppe gemacht ist: Kinder von 2 bis 102.

Eigentlich war geplant, dort ein paar Stunden zu verbringen und dann wieder nach Stockholm zu fahren, doch wir verließen das Anwesen erst, als uns eine freundliche Lautsprecherstimme darauf hinwies, dass das Museum in einer Viertelstunde schließt. Was gab’s zu sehen bzw. auszuprobieren? Im Grunde war es ein großer Spielplatz mit naturwissenschaftlich-technischem Fokus: Luftdruckraketen, optische Täuschungen, Rätsel, Windmaschine, Spiegelkabinett, usw. Man kann sich den “Ausprobierteil” eines technischen Museums vorstellen, ausgedehnt auf vier Stockwerke.

Und nun noch eine Kuriosität zum Schluss: Der Linienbus bei unserem Hotel fährt nicht nur nach Fahrplan sondern auch nach Telefonplan.

Stockholm – Teil 1

Mai 28th, 2011

Das Fernweh ruft. Mitte Mai bekamen Xandi und ich Lust, einen Kurzurlaub einzulegen und irgendeine interessante Stadt zu besichtigen. Bei Flyniki fanden wir ein gutes, kurzfristiges und günstiges Angebot, und so sitzen wir nun in Stockholm.

Letzten Donnerstag kamen wir nach einem ereignislosen Flug an (die Aschewolke hatte sich glücklicherweise wieder rechtzeitig aus Nordeuropa verzogen) und besorgten uns eine Stockholm Card (inkludiert freie Fahrt mit den Öffis und Eintritt in einen Haufen Museen). Das Gepäck beim Hauptbahnhof verstaut, ließen wir den ersten Tag mit einem Spaziergang durch die Altstadt ausklingen. Unser Hotel liegt ein wenig außerhalb, ist aber über den Pendeltåg bestens angebunden, sauber und komfortabel, und hat ein großartiges Frühstücksbuffet (und für den kostenbewusst Reisenden gibt es einen Supermarkt in Gehweite ;-) ).

Die Stockholm Card will ausgenutzt sein, also legten wir am Freitag los: Im Königlichen Münzmuseum finden wir verschiedenste Münzen und Geldscheine, wie z.B. auch einen 5-Billionen-Mark-Schein (jaja, die Hyperinflation der Weimarer Republik). Nächster Stopp war das Ritterhaus, eine positive Überraschung: Der große Saal war voller Wappen des schwedischen Adels – das erinnert einen wieder daran, dass Schweden eigentlich eine Monarchie ist. Nach Besichtigung der Riddarholmskirche und einem Mittagsmenü in der Altstadt fahren wir mit dem Hop-On-Hop-Off-Sightseeing-Boot…

Moewen

…und besuchen auf der Halbinsel Djurgården das Kindermuseum Junibacken, das einen durch die Märchen Astrid Lindgrens führt.

Junibacken

Technisch interessant war die Fahrt mit der Märchenbahn: Der Wagon ist an Schienen oben befestigt und kann in die Luft gehoben werden.

Danach war das Vasa-Museum dran: Das Kriegsschiff Vasa ist 1628 bei der Jungfernfahrt gesunken – 20 Minuten, nachdem es den Hafen verlassen hat (muss für den Baumeister recht peinlich gewesen sein). Das Schiff wurde in den 1960-er Jahren geborgen und kann seitdem besichtigt werden. Angenehm: Sobald man im Museum ist, kann man das Handy ins WLAN verbinden und den Audioguide herunterladen. Da wir von dem ereignisreichen Tag eh schon etwas müde waren, haben wir es uns mit Blick auf das Schiff gemütlich gemacht und den Guide angehört.

Den heutigen Samstag begannen wir mit der Königlichen Schatzkammer: eher klein, verglichen mit der in Wien, aber trotzdem voller schöner Reichsinsignien. Danach wollten wir die Öffis zum technischen Museum nehmen, doch der Stockholm-Marathon machte uns einen Strich durch die Rechnung: Bus und Straßenbahn fielen aus, und am Touristenboot war kein Platz mehr – also wurde es ein Spaziergang. Dabei bekommt man wenigstens etwas zu sehen, zum Beispiel die Marathon-Läufer oder ein Segway-Polo-Match:

SegwayPolo

Das Museum hatte ein gutes Café (natürlich stilecht mit Köttbullar als Mittagsmenü), und ich verbrachte ein wenig mehr Zeit in der Computerabteilung als geplant: Beim ausgestellten C64 überkamen mich nostalgische Gefühle; und an den Klassikern Pong, Space Invaders und Pac-Man darf man natürlich auch nicht einfach vorbeigehen.

Am Nachmittag waren die fleißigen Läufer immer noch unterwegs, d.h. auch den Rückweg durften wir zu Fuß zurücklegen. Da wir danach immer noch nicht genug Bewegung hatten, stand als nächstes Skansen auf dem Programm, ein Freilichtmuseum mit rekonstruierten alten schwedischen Gebäuden und vielen Tieren.

Haus

Rentiere

Skansen hat 300.000 m², d.h. wir haben wieder einige Meter zurückgelegt. Anscheinend macht sich das auch bemerkbar:

Müde

Am Rückweg machen wir einen kleinen Umweg durch Gröna Lund, den hiesigen Vergnügungspark, bevor wir erschöpft ins Hotel zurückkehren.

Rom – sechster Tag

November 3rd, 2010

Der letzte Tag in Rom bricht an. Wir räumen das Zimmer und spazieren in Richtung Circus Maximus, der mit Militärgerät gefüllt ist: Schnellboote der Guardia di Finanza, Fahrzeuge der Carabinieri, Hubschrauber und Panzer; offenbar bereitet man sich auf den Tag der Streitkräfte am 4. November vor.

Vorbei am Mund der Wahrheit kommen wir zu den Caracalla-Thermen.

Zum Mittagessen überqueren wir einmal mehr den Aventin, diesmal bei Tageslicht, und kehren, einer weiteren Reiseführerempfehlung folgend, im “Da Oio a Casa mia” am Testaccio ein. Das Essen und der Wein schmecken ausgezeichnet; die Bedienung war allerdings dermaßen unmotiviert, dass wir, nach mehreren Versuchen, es zu bestellen, das geplante Dessert ausfallen lassen.

Mit der U-Bahn geht’s zurück ins Zentrum, wo sich Alex den Mantel zulegt, den er schon seit ein paar Tagen kaufen möchte, und wir auf der Piazza Navona das letzte römische Eis genießen.

Gemütlich spazieren wir ins Hotel zurück, wo unser Gepäck auf uns wartet, und verabschieden uns von unserer herzlichen Gastgeberin (Tipp: Hotel Margot, mit der Google-Suche hotel margot rome über verschiedene Webseiten buchbar). Kamerakind Alex ist im Hintergrund im Spiegel erkennbar.

Mit dem “Bus Shuttle” fahren wir vom Bahnhof Roma Termini zum Flughafen und stellen fest, dass der Zettel mit den Abfahrtszeiten, den wir von der Busfirma bei der Ankunft in Rom erhalten haben, nicht stimmt, und das die Laune des Busfahrers zu wünschen übrig lässt. Der Rückflug hat Verspätung, und wir erreichen mit Müh und Not (Ali und ich halten die Schnellbahn auf während Alex Fahrkarten kauft) die letzte Schnellbahn nach Wien.

Es ist inzwischen kurz vor ein Uhr nachts, und wir erreichen das Autohaus, das sich während unserer Abwesenheit um das Service von Alexs Firmenwagen gekümmert hat. Mit Bankomatkarte und einem Code holt er sich den Autoschlüssel aus dem unbemannten Foyer (auch mir war neu, dass das geht) und wir laden unser Gepäck ein. In der Zwischenzeit bemerken wir einen Polizeiwagen, der langsam in der angrenzenden Straße vorbeifährt, uns sieht, den Retourgang einlegt und hinter einer Mauer verschwindet. Wir fahren los und, wie erwartet, geht ein paar Meter weiter hinter uns das Blaulicht an.

Offenbar war auch den Polizisten neu, dass man ein Auto um diese nachtschlafene Zeit abholen kann, doch nach den üblichen Fragen (Fahrzeugkontrolle, Führerschein, Zulassung, Haben Sie etwas getrunken?) und Alexs Erklärung, wie wir gerade an das Auto gekommen sind, dürfen wir den Heimweg fortsetzen.

(Das war’s; danke für’s Lesen! Wir schon erwähnt: © der meisten Fotos by Alex.)

Rom – fünfter Tag

November 2nd, 2010

“Wo sind wir?” “Keine Ahnung, diese Straße ist mal wieder nicht eingezeichnet!” Die Karte ist vom Regen vollkommen durchnässt, ich schwitze in meinem zu dicken Wintermantel, doch wir kämpfen uns weiter. Schließlich erreichen wir unser Ziel, ein Hotel am Rande des Vatikans. Alex und ich fahren in den sechsten Stock und betreten eine kleine Kapelle, in der gerade eine Messe (mit lateinischen Gebeten und englischer Predigt) gefeiert wird.

Was war passiert? Vor drei Tagen hatten wir, wie hier im Blog berichtet, eine Gruppe junger Katholiken aus allen Teilen der Welt getroffen, die auf der Spanischen Treppe Lieder sangen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die Teilnehmer der Emmanuel School of Mission, mit denen wir uns damals gut unterhielten und die uns im Anschluss zu ihrer Allerheiligenmesse einluden. So begannen wir den heutigen Tag spirituell und genossen danach beim Mittagessen noch die herzliche Gastfreundschaft der Missionsschüler.

Wieder vereint mit Ali führte unser nächster Spaziergang zur Engelsburg, einem ehemaligen römischen Mausoleum, das später von den Päpsten als Burg verwendet wurde.

Darin befindet sich, neben der abgebildeten antiken Rampe und den Befestigungsanlagen, eine Ausstellung über Giuseppe Garibaldi, der von den Italienern anscheinend tief verehrt wird. Nun verstehe ich, warum nahezu jede italienische Stadt, die ich bisher gesehen habe, einen Piazza Garibaldi hat…

Da dies unser letztes Abendessen in Rom ist, wollen wir kein Risiko eingehen, kehren wieder bei Don Vito ein (siehe Rom – dritter Tag) und lassen den Tag bei einem üppigen Essen und einem netten Gespräch mit zwei französischen Touristinnen ausklingen. Letzteres war übrigens gar nicht so einfach, da der Grundsatz “Es spricht ja eh jeder Englisch”, der zumindest zu Mittag noch bestens funktioniert hat (siehe oben), hier versagte. Obwohl wir keine gemeinsame Sprache finden konnten, die wirklich alle von uns verstanden, gab es doch zumindest Überschneidungen, sodass wir uns mit Kombinationen aus Französisch, Spanisch, Deutsch und Englisch verständlich machen konnten. Geht ja doch!

Rom – vierter Tag

November 1st, 2010

Wir schlafen aus und verlassen das Hotel zu Mittag (um die Geduld des Zimmerservice-Personals, das schon wartet, nicht noch länger auf die Probe zu stellen). Erster Programmpunkt ist das Nationalmonument, das uns durch seine Höhe in den letzten Tagen schon öfters als markanter Bezugspunkt aufgefallen ist. Die dort befindliche Reiterstatue von Viktor Emanuel II. ist mit Personifikationen der italienischen Städte dekoriert, und Ali freute sich, auch seine Geburtsstadt Genua dort zu finden:

Nachdem ich auf den dortigen Carabiniere längere Zeit auf italienisch eingeredet habe, erlaubt er Alex, in den abgesperrten Bereich zu gehen, um — von wissenschaftlichem Eifer getrieben — alle Personifikationen (also die Stein-Damen) abzulichten. Aufs Monument kann man auch raufgehen und hat einen ganz guten Blick über Rom (allerdings nicht so toll wie auf dem Petersdom). Auch das darin befindliche Militärmuseum besuchen wir.

Nach einem Umweg durch ein paar Kirchen und den Bezirk Trastevere, also die andere Seite des Tibers, wo wir ein paar ganz passable Nachmittagsnudeln einnehmen, kommen wir zurück zum Kapitol, um die Kapitolinischen Museen zu besuchen. Vor den Museen, also mitten am Kapitolsplatz, stellte ein Sammler ein paar schöne alte Autos aus:

Wieder was gelernt: Zwei Stunden sind für die kapitolinischen Museen viel zu kurz. Natürlich gibt es viele kulturelle Highlights…

…sowie auch technisch interessante Erfahrungen: Die Besucher-PCs, auf denen man sich die Pläne des alten Kaptiols ansehen kann, haben nur den Bildschirm und die Maus zugänglich, und der Admin glaubte offenbar, dass ein IE im Kiosk-Modus und ein “Rechtsklick-mit-Javascript-deaktivieren” ausreicht, um den Rechner zu schützen. Nun ja, einen Explorer zu öffnen war eine Sache von einer halben Minute, und ja, der angemeldete Benutzer hätte Administratorrechte gehabt…

Oh, und bevor ich’s vergesse: Das heutige Eisbild (war nicht im Museum).

Als man uns aus dem schließenden Museum schmeißt machen wir uns auf den Rückweg nach Trastevere, dem wir noch eine zweite kulinarische Chance geben wollen und das Abends deutlich belebter ist. Gestern, im “Da Vito e Dina”, war ein amerikanischer Zeitungsausschnitt aufgehängt, in dem neben dem Vito e Dina auch das “Cacio e Pepe”, beworben wurde… und genau daran stolpern wir zufällig in Trastevere vorbei (dank Alex, der sich den Namen gemerkt und, im Gegensatz zu mir, die Nase nicht nur im Reiseführer hat). Die haugemachten Nudeln sind ausgezeichnet, der Wein ebenso, die Bedienung gestresst.

Nachdem die Erforschung des römischen Nachtlebens gestern kläglich scheiterte — die vom Reiseführer erwähnte Diskothek hatte offenbar schon ihre Pforten dauerhaft geschlossen — haben wir uns heute besser informiert und machen, nach einer kurzen nächtlichen Wanderung über den Aventin inklusive Blick durch Schlüsselloch des Malteserordens, das Testaccio-Viertel unsicher.

Müde schleppen wir uns danach Richtung Hotel. Ein Nachtbus-Schild verspricht Linderung unserer schmerzenden Füße. Wir studieren es, erkennen, dass wir die Linie N2 brauchen, sehen die Rücklichter eines Autobusses N2, der in genau diesem Moment an unserer Haltestelle vorbefährt (da wir ihm nicht gewinkt haben) und nehmen den Marsch wieder auf. In freudiger Erwartung meines Bettes fasse ich den Vorsatz, heute nur einen kurzen Blogeintrag zu verfassen. Nun, wie es aussieht, ist es beim Vorsatz geblieben. :-) Gute Nacht.

Rom – dritter Tag

Oktober 31st, 2010

Wie bekommt man an einem sonnigen Samstag eine Tour durch den Vatikan, ohne sich die Beine in den Bauch warten zu müssen? Man kauft die Karten inklusive Führung vorab online, kommt erst ein paar Minuten vor Beginn der Führung im Vatikan an (da man den Pass vergessen hat und nochmal rasch zurück ins Hotel musste), sagt dem Wächter, der einen zur “Warteschlange für die Leute mit Reservierung” schicken möchte, dass das nicht geht, da die Führung in drei Minuten losgeht, und wird dann, an den Wartenden vorbei, hineingeschleust. Sehr angenehm.

Die Sammlungen der vatikanischen Museen sind beeindruckend: antike Büsten, Statuen, christliche Wandteppiche, Gemälde, Wandmalereien und vieles mehr. Habe ich schon erwähnt, dass aus dem Rom der Antike hauptsächlich die Gebäude überlebt haben, die als christliche Kirchen wiederverwendet werden konnten? Dieses Bild, an der Decke im Museum gefunden, symbolisiert das recht schön:

Auch die Schlacht am Kahlenberg, die 1683 die zweite Wiener Türkenbelagerung beendete, wurde hier verewigt:

Und wenn wir schon beim Thema “Schlacht um Wien” sind: Einen Wandteppich, auf dem es so aussieht, als würde Jesus drei Bier bestellen, gibt es natürlich auch. :-)

Weiter geht’s in die Sixtinische Kapelle, in der Michelangelos Gott Adam zum Leben erweckt. Hiervon gibt’s keine eigenen Bilder, da wir uns (im Gegensatz zu vielen der anderen Touristen — die Kapelle war randvoll) an das dortige Fotografierverbot gehalten haben.

Durch einen unscheinbaren Gang, der mit “for guided tours only” markiert ist, gelangen wir — wieder unter Umgehung der Warteschlange — zum Petersdom, klettern die ca. 500 Stufen hinauf und werden mit einem tollen Rundblick über Rom belohnt:

Am Weg hinunter kaufen wir ein paar Postkarten und Marken, da die vatikanische Post (laut unserem Reiseführer) zuverlässiger ist als die italienische. Der Petersdom ist sowohl von innen als auch von außen riesig und in vielerlei Hinsicht beeindruckend.

Zurück auf italienischem Staatsgebiet darf das obligate tägliche Eis natürlich nicht fehlen: Es ist schon etwas kühler und wir essen nur noch zu zweit…

Die Engelsburg ist in der Nähe, hat allerdings ob der vorgerückten Stunde nur noch kurz offen, weshalb wir den Besuch auf später verschieben. Bei einem ausgedehntem Spaziergang kommen uns Leute im Schutzanzug entgegen, in der Hand Lautsprecher, die unangenehme Vogelschreie von sich geben. Ziel dieser Aktion ist offenbar, die über dem Gebiet kreisenden Vogelschwärme zu vertreiben.

Zum Abendessen folgen wir der Empfehlung des Reiseführers und lenken unsere Schritte in Richtung “Da Vito e Dina”. Ein stämmiger Italiener fängt uns vor dem Eingang ab, stellt sich als “Mafiosi Vito Corleone” vor (falls ich ihn mit meinen bescheidenen Italienischkenntnissen richtig verstanden habe), nimmt mir den Reiseführer aus der Hand, um uns stolz zu zeigen, dass er weiß, wo darin sein Restaurant erwähnt wird, und geleitet uns wortreich hinein. Die Küche (wir hatten Risotto di Salmone, Pizza alla Diavolo und Calzone al Forno, danach Tiramisu und Panna Cotta) ist ausgezeichnet, der Wein gut, die Bedienung charmant und der Preis vollkommen in Ordnung. Das war definitiv bis jetzt unser kulinarisches Highlight in Rom.

Rom – zweiter Tag

Oktober 30th, 2010

Am Weg zum Kolosseum treffen wir auf das Institut für Ingenieurwissenschaften und nutzen die Gelegenheit, uns unter die Einheimischen zu mischen und — si fueris Romae, Romano vivito more — im Innenhof des Universitätsgebäudes Panini zu speisen. So ein netter Innenhof würde unserer TU Wien eigentlich auch nicht schaden…


Weiter geht’s zu unserem eigentlichen Ziel, dem Kolosseum. An der Stelle möchte ich einen wertvoller Tipp aus unserem Reiseführer weitergeben: Wer sich die Schlange ersparen will, kauft sich die Eintrittskarte nicht hier (lange Schlage) sondern das Kombiticket beim Forum Romanum (kurze Schlange). Glücklicherweise haben wir das gestern getan.

Graffiti (damals halt in Stein eingraviert), sechsseitige Würfel, mit denen um Geld gespielt wurde, und Alkoholregulierung, um Ausschreitungen zu vermeiden, gab es damals im Kolosseum übrigens auch schon. Je mehr man sich mit dem römischen Reich der Antike beschäftigt, um so klarer sieht man, dass wir uns von den Menschen damals eigentlich kaum unterscheiden. Unser nächster erklommener Hügel war das Kapitol

…und da das Wetter immer noch sonnig und warm war (zumindest verglichen mit Wien) musste auf einer Tiberbrücke natürlich das nächste Eis daran glauben.

Der Abend naht. Was nun? Im Reiseführer stoßen wir auf eine Ausgrabungsstätte — die Area Sacra — an der sich viele streunende Katzen tummeln sollen. Die Katzenfans Ali und ich (und Alex, der allerdings meint, auch Hunde zu mögen) sehen uns das natürlich an. Die Area Sacra heißt übrigens so, weil dort die Fundamente vier antiker Tempel ausgegraben wurden, die von den Archäologen mangels weiterer Informationen einfach Tempel A bis D getauft wurden.

Katzen sehen wir dort tatsächlich ein paar. Geht man ein paar Treppen zu den Ruinen hinunter, führt ein Gang in einen kleinen, geduckten Raum unter der Straße, in dem ein paar Freiwillige die Katzen füttern, gesund pflegen (falls möglich) und ein neues Heim für sie suchen.


Kirchen wie in Rom findet man auch in anderen großen Städten… allerdings gibt es dort normalerweise maximal eine oder zwei solche, und diese zählt dann zu den Hauptattraktionen der entsprechenden Stadt. Hier im Zentrum Roms hingegen hat man das Gefühl, jede zweite Straßenecke über ein solch beeindruckendes Bauwerk zu stolpern. Eine besonders hübsche Decke, die sehr zur abendlichen Stimmung gepasst hat, zeigt die Basilika Santa Maria sopra Minerva.

Schließlich kamen wir im Pantheon an, dem am besten erhaltenen Bauwerk der römischen Antike. Wie viele andere römische Bauwerke auch hat es die Zeit bis heute hauptsächlich dadurch überlebt, dass es irgendwann zu einer christlichen Kirche umgeweiht wurde.

Nach einem eher enttäuschenden Abendessen (Alis Spaghetti sind ein wenig zu bißfest und Alex übersieht das Wörtchen “intestines” in der Beschreibung des von ihm bestellten Kalbfleisch-Gerichts) sehen wir uns noch die Spanische Treppe an.

Kurz nach unserer Ankunft stellen ein paar Leute ein Kreuz auf der Treppe auf und beginnen, freudig und enthusiastisch, christliche Lobgesänge anzustimmen. Es handelt sich dabei um das Weltjugendtagskreuz und eine recht international gemischte Gruppe junger Leute. Es wird recht frisch; Alex und ich folgen der Gruppe, die sich in die Kirche oberhalb der Spanischen Treppe zurückzieht, um noch ein wenig zu singen und zu beten, und sich dann auflöst. Die jungen Leute kehren in ihr Hotel beim Vatikan zurück und wir in unseres bei Bahnhof Termini.

Rom – erster Tag

Oktober 28th, 2010

Stilecht hat unser Flug natürlich eine halbe Stunde Verspätung und Alex, Ali und ich kommen erst nach 8 Uhr Früh in Rom an. Abflug in in Wien: -1°C; die Tragflächen werden enteist. Mittagstemparatur in Rom: 17°C; für morgen sind 21°C angekündigt. Wir genehmigen uns ein Eis.

Auf dem Weg ins Zentrum treffen wir gleich aufs erste Highlight: Die Kirche Santa Maria Maggiore.

Am Nachmittag nehmen wir uns das Forum Romanum inklusive Palatin vor und kommen drauf, dass die zwei Stunden, die wir dafür veranschlagt haben, viel zu wenig sind. Das Forum zu sehen ist großartig; endlich kann ich die Schauplätze meiner SPQR-Romane ihren realen Vorbildern zuordnen. Der Audioguide, den wir am Eingang erhalten, hat einige interessante Geschichten auf Lager, ist aber zur Erkundung des Forums nicht wirklich geeignet, da die Ortsangaben (“links sehen Sie… rechts sehen Sie…”) sehr vage sind und man nicht immer weiß, welcher der Steinhaufen nun genau gemeint ist.

Ach ja, ein Besuch beim Trevi-Brunnen inklusive dem obligatorischen Münzwurf darf natürlich auch nicht fehlen:

Zum Abendessen suchen wir uns aus dem Reiseführer ein empfohlenes Fischlokal heraus (und treffen auf dem Weg dorthin zufällig aufs Pantheon, dass leider 10 Minuten nach unserer Ankunft für heute geschlossen wurde) und stellen erfreut fest, dass dort gerade “Happy Hour” mit Vorspeisenbuffet ist. Gut gesättigt und eine Flasche ausgezeichneten Weins später geht es heim in die Unterkunft — klein, aber sauber, gepflegt und mit freundlicher Bedienung. Für morgen wurde uns bereits ein größeres Appartment versprochen.

Mein 3-Daten-Stick mit 3-Like-Home funktoniert bestens und ich mache mich an’s Mails lesen und bloggen, während meine Gefährten nach wenigen Minuten einschlafen.

(Alle Bilder (c) Alex, bis auf das eine, wo er auch drauf ist — das stammt von einem unbekannten, hilfsbereiten Italiener.)

Life Update

September 16th, 2010

Nur ein kurzes Life-Update, was sich im letzten halben Jahr getan hat.

  • Dies ist nun (schon seit einiger Zeit) nicht mehr das “Blog von Heinzi & Angela”, sondern nur noch “Heinzis Blog”. Ja, das heißt, dass ich wieder zu haben bin.
  • Ich bin umgezogen, in die Nähe von Alt Erlaa.
  • Ich darf mich nun offiziell “Doktor” nennen und habe einen schönen Ring bekommen.

Das wars!

August 28th, 2009

04:20 – noch eine halbe Stunde dann holt mich das Taxi und die Heimreise beginnt. Es war sehr schön es hat mich sehr gefreut – aber nun sind die 6 Monate auch schon wieder um.

Man sieht sich in Wien…