Archive for the ‘EDV’ Category

LCD-TV nur bedingt als Computerschirm geeignet

Dienstag, Mai 26th, 2009

Seit einiger Zeit besitze ich einen 32LG2000 LCD-TV. Natürlich ist der Video-PC daran angeschlossen, und man versucht, ein möglichst gutes Bild zu bekommen, d.h. man schließt ihn über ein DVI-zu-HDMI-Kabel an. Der Fernseher hat (wie die meisten LCD-TVs) eine native Auflösung von 1366×768, meine Grafikkarte (ATI Radeon 9600) unterstützt (wie die meisten Grafikkarten) diese Auflösung nicht sondern nur 1360x768.

Kein Problem, auf 6 Pixel verzichtet man doch gerne — weit gefehlt. Der Fernseher versucht, diese fehlenden 6 Pixel zu interpolieren und das erzeugt unschöne Skalierungsartefakte, d.h. bei der Darstellung von Text-Webseiten sieht man vertikale Streifen, wo die Schrift etwas heller bzw. dunkler ist.

Als erstes kontaktiert man natürlich den österreichischen LG Support. Ich zitiere von der verlinkten Seite, Stand 26.05.2009:

~For Ihre Bequemlichkeit, ein Anfragen-eMail-Standardschreiben ist vorhanden. Zu uns zu helfen Ihnen eine schnelle, leistungsfähige Antwort zu geben, füllen bitte das Formular unten aus. Halten Sie bitte im Verstand, der antwortet und Lösungen können im ” gefunden werden; FAQ” Abschnitt, sowie in den Inhabern Handbuch und in der Gerätebetreibung Sections.The * markierte Felder sind vorgeschriebene Felder – Sie MÜSSEN diese ausfüllen. Die Informationen, die Sie zur Verfügung stellen, sind ausschließlich vertraulich und werden nur verwendet werden, um bessere Dienstleistung Ihnen zu erbringen.

Trotz dieser nicht sehr vertrauenserweckenden Einleitung erfolgt die Antwort rasch und mir wird geraten, den Grafikkartentreiber zu aktualisieren und die Auflösung auf 720p zu stellen. Ersteres hatte ich bereits getan, zweiteres war — wie zu erwarten — nicht erfolgreich, da auch 1280×720 auf dem Bildschirm auf die volle Größe interpoliert wird. Auf meine Rückfrage bekomme ich eine Liste der Telefonnummern der österreichischen LG-Servicepartner und werde gebeten, mich an diese zu wenden. Also telefoniere ich diese einmal durch.

Bei der ersten Servicestelle erhalte ich die Auskunft, dass ich nur dann technische Betreuung erhalte, wenn ich das Gerät dort vorbeibringe; das möchte ich dann doch nicht, da der LCD-TV nicht gerade leicht ist und es sich meiner Meinung nach doch nur um ein Konfigurationsproblem handelt.

Bei der zweiten Servicestelle komme ich an einen Techniker, der sich mein Problem anhört, auf die Frage, was ich dagegen tun kann, jedoch lapidar mit “gar nichts” antwortet und mir erklärt, dass das Gerät zwar als Computerschirm verwendet werden kann, in erster Linie jedoch ein Fernseher ist und eine 1:1-Pixel-Darstellung in meinem Fall daher nicht möglich. Gut, damit muss ich mich wohl abfinden. Jedenfalls weiß ich nun, worauf ich beim nächsten LCD-TV-Kauf achten sollte…

Aspire One mit Linux und Vista

Mittwoch, Oktober 22nd, 2008

Heute gibt’s ausnahmsweise einmal einen sehr technischen Blogeintrag – uninteressierte mögen ihn bitte einfach überspringen.

Disclaimer: Ich erzähle hier von Sachen, mit denen man sich sein System ruinieren kann und die man nur dann nachmachen sollte, wenn man wirklich weiß, was man tut!

Ich (Heinzi) bin seit kurzem stolzer Besitzer eines Acer Aspire One A150L blau Netbooks.

Aspire offen
Aspire geschlossen

(zum Größenvergleich: unter dem Netbook befinden sich ein paar A4-Zettel)

Das Ding war mit Linpus Linux vorinstalliert, ich wollte eine Linux/Vista-Dual-Boot-Konfiguration. Dazu gab es einiges zu tun:

Linux aufbohren: Um mit dem vorinstallierten Linux etwas sinnvolles machen zu können (z.B. Software nachinstallieren), muss man erst einmal ein paar versteckte Menüoptionen aktivieren. Es empfiehlt sich, die /boot/grub/grub.conf wegzukopieren, die braucht man später noch. Oh, ja: Updates installieren ist auch eine gute Idee.

Linux-Partition verkleinern: Das geht natürlich nicht im laufenden Betrieb, d.h. man muss von Knoppix booten. Mit einem CD/DVD-Laufwerk ist das normalerweise kein Problem, doch der Aspire hat keines. Glücklicherweise kann man Knoppix jedoch auch von USB-Stick booten. Das ist nicht ganz trivial, im Internet gibt es auch viele Anleitungen dazu. Was für mich funktioniert hat: Auf einem Windows-Rechner die Knoppix-CD runterladen und die Dateien auf einen (ganz normalen) FAT32-USB-Stick kopieren, dann den Stick in den Aspire einlegen, mit “syslinux” einen FAT-tauglichen Bootloader anlegen (syslinux ggf. vorher über den Package Manager installieren), die Sachen aus boot/isolinux ins Root-Verzeichnis kopieren und isolinux.cfg auf syslinux.cfg umbenennen. Ich habe außerdem noch den MBR überschrieben [cat /usr/lib/syslinux/mbr.bin > /dev/sdX (Achtung, gefährlich!)], um den von grub wieder zu entfernen. (Mein erster Versuch war mit grub, aber das funktioniert nicht mit FAT.)

Ab hier geht es im großen und ganzen nach diesem Howto weiter: “How to dual-boot Vista with Linux (with Linux installed first)”.

Knoppix vom USB-Stick booten (F12 beim Starten drücken), gparted starten, Partition verkleinern (bei mir auf 30GB).

Vista installieren: Vista bringt man etwas leichter auf einen USB-Stick. Booten und im unpartitionierten Bereich eine Partition anlegen. Beim Versuch, dorthin zu installieren, wird sich Vista sträuben, aber auch hier hilft das obige Dual-Boot-Howto und zeigt einem, wie man an diesem Punkt der Installation in eine Windows-Kommandozeile wechseln und die Partition aktivieren kann. Vista fertiginstallieren, Aspire One-Treiber installieren (von dieser Seite aus bzw. über Windows Update, sobald die Netzwerktreiber funktionieren). Achtung: Die Netzwerkkarte wird fälschlicherweise als RTL8101 erkannt, ist aber eine RTL8102E. Diese Liste hilft beim Identifizieren der Komponenten. Sobald das Netzwerk funktioniert: Vista SP1 und alle weiteren Updates installieren.

Dual Boot: Hier sieht das Howto zwei Varianten vor: den Vista-Bootloader (plus NeoGrub) oder Linux Grub. Ich habe zuerst ersteres probiert – funktioniert auch ganz gut, hat nur einen (meiner Meinung nach gravierenden) Nachteil: Sobald man Vista in den Ruhezustand (Hibernate) schickt, lässt sich Linux nicht mehr booten, da das Wiederherstellen aus dem Hibernate noch vor dem Bootmenü aufgerufen wird. Das hat wahrscheinlich auch einen guten Grund: Würde man eine zweite Windows-Instanz booten und dort was auf der Platte der “schlafenden” Instanz ändern, passieren sicher ganz böse Dinge. In meinem Fall würde das aber nichts machen, da die Linux- (ext3) und die Windows-Partition (ntfs) sowieso nicht aufeinander zugreifen können.

Also Variante 2: Grub. Über den mit Variante 1 installierten Vista-Bootloader ins Linux wechseln und dort die im Howto beschriebenen Schritte ausführen. Rebooten und testen.

Problem: Beim Booten kommt nur ein leerer Cursor, nach drücken der Pfeiltasten bootet er das im Grub als Standard eingestellte Betriebssystem.

Ursache: Das vorinstallierte Grub vom Aspire One ist kaputt.

Lösung: Über den Package Manager grub entfernen und neu installieren, grub neu in den Bootsektor/MBR schreiben, /boot/grub neu erstellen lassen, alte grub.conf einkopieren. Möglicherweise sind einige dieser Schritte nicht notwendig, aber danach hat’s bei mir geklappt.

Linux Tastaturlayout: Einer der großen Vorteile von Linux ist, dass es dort eine Tastaturbelegung “German (nodeadkeys)” gibt (vor einiger Zeit habe ich soetwas mal für Windows XP gebastelt). Die hätte ich natürlich auf dem Aspire auch gerne gehabt, die steht im User Interface nur leider nicht zur Auswahl. Die entsprechende Variante scheint in /usr/share/X11/xkb/symbols/de vorhanden zu sein, aber XkbVariant in xorg.conf zu setzen hat nichts gebracht; anscheinend funkt da die Linpus-eigene Keyboardlayoutverwaltung dazwischen.

Da ich nach längerer Recherche nichts gefunden hatte, bin ich auf dieses Forum gestoßen; leider muss man sich anmelden, um dort suchen zu können. Dort konnte ich dann Hinweise auf die richtige Datei finden, diese lautet /etc/keyboard_layout/keyboard_layout.conf, und dort muss folgende Zeile eingefügt werden:

de(nodeadkeys) : German_(nodeadkeys) : 2

Das Format ist Sprache(Variante) : Beschreibung : 0=nicht verfügbar, 1=verfügbar, 2=Standardlayout (sollte wahrscheinlich nur bei einer Zeile aktiv sein, ggf. beim alten Standardlayout auf 1 ändern). Damit scheint’s dann auch im UI unter Settings/Keyboard auf, nur wird aus irgendeinem Grund der Unterstrich in diesem Fall nicht (wie bei allen anderen Einträgen) durch ein Leerzeichen ersetzt. Egal.

Linux Tastaturlayout, nocheinmal: So weit, so gut, alles scheint zu funktionieren, doch macht plötzlich der Emacs Probleme: Alt-> (sprich: Alt-Shift-<) funktioniert nicht und wird entweder als Alt-< (falls Alt zuerst gedrückt wurde) oder als > (falls Shift zuerst gedrückt wurde) interpretiert. Eine rasche Prüfung mit xev ergibt, dass das kein Emacs- sondern ein X-Problem ist, und diesmal liegt die Lösung tatsächlich in der /etc/X11/xorg.conf, nämlich muss einfach die Zeile

Option "XkbOptions" "grp:alt_shift_toggle"

auskommentiert werden. Klarerweise kann danach Alt-Shift auch nicht mehr zum Wechseln des Tastaturlayouts verwendet werden.

So weit, so gut, nun tut der kleine Aspire alles so, wie ich es will. :-)