Wie bekommt man an einem sonnigen Samstag eine Tour durch den Vatikan, ohne sich die Beine in den Bauch warten zu müssen? Man kauft die Karten inklusive Führung vorab online, kommt erst ein paar Minuten vor Beginn der Führung im Vatikan an (da man den Pass vergessen hat und nochmal rasch zurück ins Hotel musste), sagt dem Wächter, der einen zur “Warteschlange für die Leute mit Reservierung” schicken möchte, dass das nicht geht, da die Führung in drei Minuten losgeht, und wird dann, an den Wartenden vorbei, hineingeschleust. Sehr angenehm.
Die Sammlungen der vatikanischen Museen sind beeindruckend: antike Büsten, Statuen, christliche Wandteppiche, Gemälde, Wandmalereien und vieles mehr. Habe ich schon erwähnt, dass aus dem Rom der Antike hauptsächlich die Gebäude überlebt haben, die als christliche Kirchen wiederverwendet werden konnten? Dieses Bild, an der Decke im Museum gefunden, symbolisiert das recht schön:
Auch die Schlacht am Kahlenberg, die 1683 die zweite Wiener Türkenbelagerung beendete, wurde hier verewigt:
Und wenn wir schon beim Thema “Schlacht um Wien” sind: Einen Wandteppich, auf dem es so aussieht, als würde Jesus drei Bier bestellen, gibt es natürlich auch.
Weiter geht’s in die Sixtinische Kapelle, in der Michelangelos Gott Adam zum Leben erweckt. Hiervon gibt’s keine eigenen Bilder, da wir uns (im Gegensatz zu vielen der anderen Touristen — die Kapelle war randvoll) an das dortige Fotografierverbot gehalten haben.
Durch einen unscheinbaren Gang, der mit “for guided tours only” markiert ist, gelangen wir — wieder unter Umgehung der Warteschlange — zum Petersdom, klettern die ca. 500 Stufen hinauf und werden mit einem tollen Rundblick über Rom belohnt:
Am Weg hinunter kaufen wir ein paar Postkarten und Marken, da die vatikanische Post (laut unserem Reiseführer) zuverlässiger ist als die italienische. Der Petersdom ist sowohl von innen als auch von außen riesig und in vielerlei Hinsicht beeindruckend.
Zurück auf italienischem Staatsgebiet darf das obligate tägliche Eis natürlich nicht fehlen: Es ist schon etwas kühler und wir essen nur noch zu zweit…
Die Engelsburg ist in der Nähe, hat allerdings ob der vorgerückten Stunde nur noch kurz offen, weshalb wir den Besuch auf später verschieben. Bei einem ausgedehntem Spaziergang kommen uns Leute im Schutzanzug entgegen, in der Hand Lautsprecher, die unangenehme Vogelschreie von sich geben. Ziel dieser Aktion ist offenbar, die über dem Gebiet kreisenden Vogelschwärme zu vertreiben.
Zum Abendessen folgen wir der Empfehlung des Reiseführers und lenken unsere Schritte in Richtung “Da Vito e Dina”. Ein stämmiger Italiener fängt uns vor dem Eingang ab, stellt sich als “Mafiosi Vito Corleone” vor (falls ich ihn mit meinen bescheidenen Italienischkenntnissen richtig verstanden habe), nimmt mir den Reiseführer aus der Hand, um uns stolz zu zeigen, dass er weiß, wo darin sein Restaurant erwähnt wird, und geleitet uns wortreich hinein. Die Küche (wir hatten Risotto di Salmone, Pizza alla Diavolo und Calzone al Forno, danach Tiramisu und Panna Cotta) ist ausgezeichnet, der Wein gut, die Bedienung charmant und der Preis vollkommen in Ordnung. Das war definitiv bis jetzt unser kulinarisches Highlight in Rom.





















